Fleißarbeit – oder von Figuren, die nicht das machen, was der Autor will

In Schreibratgebern gibt es viele Hinweise, wie man am besten Figuren anlegt, mit Listen zu Namen, Aussehen, Charakter, besonderen Gewohnheiten und all den Eigenschaften, die einen Menschen ausmachen. Tagelang und seitenweise habe ich Figuren entworfen, Figuren, die ich später gar nicht verwendet habe, weil die Geschichte sich anders entwickelt hat als vorgesehen. Zu den Personen, die mitspielen, habe ich mir ausführliche Geschichten ausgedacht, nur um diese hinterher nicht zu verwenden. Aber ich kenne ihre Biografie, und das ist das, was zählt, denn nur wenn man in die Person hineinschlüpft und ganz viel über sie weiß, kann man über sie schreiben. So habe ich an einigen Stellen beim Prüfen gemerkt, nein, so verhält sich dieser Mensch nicht, es passt nicht! Die Protagonistin Charlotte schmiegt sich nicht an, sie umarmt stürmisch! 

Zunächst habe ich mit handschriftlichen Notizen in einer wunderschönen Kladde gearbeitet, doch dann bin ich umgeschwenkt auf ein digitales Notizbuch, OneNote, das es mir ermöglicht hat, die Notizen strukturiert abzulegen und (wichtig!) leicht wiederzufinden. Und sofort fühlte sich mein Vorhaben deutlich professioneller an – obwohl ich eigentlich keine Freundin digitaler Tools bin. Man entwickelt sich doch weiter 😉  Leider entwickelte sich zu dieser Zeit eine weltumspannende Epidemie, die unser aller Leben in einem bisher nicht vorstellbaren Ausmaß veränderte. Wie sich das auf mein Projekt auswirkte, erfahrt ihr demnächst.

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