„Über uns der Himmel, unter uns das Meer“, von Jojo Moyes

Schöner Schmöker gefällig? Dass Moyes gut schreiben kann, hat sie mit 514n9c1oz-l-_sx319_bo1204203200_ihrem Bestseller „Ein ganzes halbes Jahr“ bewiesen. Im aktuellen Buch geht es um einen brisanten Bräute-Transport von Australien nach England im Jahr 1946. Über sechshundert Frauen machen sich auf die ungewisse Reise übers Meer, zu ihren Verlobten oder Ehemännern, die sie teilweise kaum gekannt haben, bevor der Krieg sie trennte. Nicht alle werden ihr Ziel erreichen …

Die Geschichte beginnt etwas verwirrend, und ich habe ein wenig ungeduldig darauf gewartet, dass das Schiff endlich ablegt und seine lange Reise über die Weltmeere antritt. Es ist kein Passagierdampfer, wie von den Frauen erwartet, sondern ein ausgemusterter Flugzeugträger, mit einem gesundheitlich angeschlagenen Kapitän, der befürchtet, ebenfalls ausgemustert zu werden. Die alte Lady, die HMS Victoria, mit ihren Hangars, Decks, Kajüten und Maschinenräumen wächst einem in Windeseile ans Herz. Man bewegt sich auf den verschiedenen Ebenen, riecht förmlich das Maschinenöl und sieht die zum Trocknen aufgehängte Unterwäsche der Damen im Wind flattern – natürlich an nicht dafür vorgesehenen Plätzen. Spannungen jeglicher Art bleiben nicht aus, zwischen den Bräuten, aber natürlich auch zwischen den weiblichen Passagieren und der männlichen Schiffsbesatzung. Und eine Passagierin, die verschlossene Krankenschwester Frances, umgibt ein Geheimnis.

Das ist locker und flüssig geschrieben, mit mäßiger Spannung, aber mich hat fasziniert, wie sehr ich in das Leben auf dem Schiff eingetaucht bin. Ich kann mir wunderbar eine Verfilmung vorstellen, auch wenn die Geschichte nichts mit der „Titanic“ oder dem „Boot“ zu tun hat, musste ich öfters an diese beiden Filme denken. Also: wunderbare Unterhaltung!

 

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