„Fremde Schwestern“, von Renate Ahrens

Zwei Schwestern, wie sie gegensätzlicher nicht sein könnten: Die eine kontrolliert, planend, ordnungsliebend, die andere chaotisch, emotional, spontan.

Nach jahrelanger Trennung steht Lydia, die Rebellin, eines Tages mit ihrer siebenjährigen Tochter Merle vor Frankas Tür und bittet um Aufnahme. Für Franka, die nichts mehr hasst als Unvorhergesehenes in ihrem durch getakteten Alltag, bedeutet das Schreck, Abwehr und Herausforderung zugleich. Zumal Lydia am nächsten Tag zusammenbricht und ihre Tochter notgedrungen allein bei Franka lassen muss. Die ist kinderlos aus Überzeugung …

Die Siebenjährige würfelt Frankas Leben, einschließlich ihrer Beziehung zu dem etwas älteren Jan, gründlich durcheinander. Wie die Geschichte der ungleichen Schwestern langsam entblättert wird, bis zum für alle Beteiligten dramatischen Finale – das ist spannend und berührend zugleich.

Und die Sprache fasziniert mich. Manchmal fast stakkatoartig, in nüchternen, kurzen Sätzen, schildert die Autorin den Fortgang des Geschehens ebenso plastisch wie die Befindlichkeiten aller Beteiligten. Sehr schnell ist man mittendrin. Werden es die beiden Frauen schaffen, die alten Gräben aus Hass und Abwehr zu überwinden? Welche Rolle spielt Jan? Was geschieht mit Lydia? Und was mit Merle?

Fazit: sehr lesenswert! Außerdem die Entdeckung einer neuen Autorin – danke an meine Freundin Waltraud für den Tipp!

 

 

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