Die Herrenausstatterin, Mariana Leky

Für Katja, die Protagonistin, entwickeln sich die Dinge nicht gut. Kurz bevor ihr Mann unvermittelt stirbt, erfährt sie, dass er sie mit einer Jüngeren, Schöneren betrogen hat. Und anschließend verliert sie nicht nur ihren Job, sondern auch den Boden unter den Füßen. Aber dann tauchen unvermittelt zwei Gestalten in ihrer Wohnung auf, ein Toter namens Blank, den nur Katja zu sehen vermag, und ein Feuerwehrmann, dem Katja nicht so recht glauben will, dass er Feuerwehrmann ist.

Eine irrwitzige Geschichte entwickelt sich, fulminant geschrieben, unglaublich lustig, es ist ein großer Spaß, ein einziges Vergnügen, sie zu lesen. Und dann war ich in der Mitte des Buches angelangt und dachte, hoppla, was passiert denn hier, ist jetzt die Luft raus? 

Vor einiger Zeit hatte ein Freund gefragt, warum eigentlich alle Romane in der Mitte einen Durchhänger haben – ich hatte mir vorgenommen, genauer darauf zu achten. Kurz gesagt, da ist was dran!

Aber nur selten habe ich einen so krassen Durchhänger erlebt wie bei diesem Buch. Fast hätte ich mir gewünscht, das Buch hätte vor dem Ausflug des Trios nach Holland geendet. Oder Leky hätte sich auf eine Kurzgeschichte beschränkt, kurz kann sie unglaublich gut. (Ich habe gerade einen genialen kurzen Essay von ihr gelesen, dazu mehr in einer späteren Buchbesprechung). Hier wirkt auf einmal vieles sehr bemüht, konstruiert, um Informationen unterzubringen. Zum Ende hin wird die Geschichte dann zwar wieder flotter, den Energielevel der ersten Hälfte erreicht sie aber nicht mehr. Dennoch ist das Buch lesenswert, die ersten knapp hundert Seiten sind ein großes Lesevergnügen. An Lekys wunderbaren Roman „Was man von hier aus sehen kann“, reicht dieser aber nicht heran.

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