Das Ding zum Laufen bringen – oder wie Corona sich einmischte

Ich schreibe für mein Leben gern, aber es gibt auch sehr viel anderes, das Spaß macht. Oder auch keinen Spaß macht, aber getan werden muss. Will heißen, zu Beginn habe ich gearbeitet, wenn es zeitlich passte. 

Familie, Freundschaften und Pflanzen wollen aber gepflegt, Unkraut und Staubwolken entfernt, Sport betrieben, Zeitungen und Bücher gelesen, Blogbeiträge geschrieben und der ganz normale Alltagswahnsinn bewältigt werden. Diese Vielfalt, die das Leben bietet, fasziniert und beglückt mich immer wieder aufs Neue. Also habe ich versucht, das eine zu tun und das andere nicht zu lassen. Man könnte doch annehmen, meine bisherige Schreiberfahrung hätte mich eines Besseren belehrt. Es hat gedauert, bis ich es erneut  kapiert und (schweren Herzens) den Schalter umgelegt habe: Die frühmorgendliche Lesezeit im Bett streichen, Frühstück und Zeitungslektüre schneller beenden, den Vormittag ausschließlich fürs Schreiben reservieren. Nur so funktioniert es bei mir und so scheint es bei anderen auch zu sein. Die Schriftstellerin Eva Menasse sagt: Man braucht einfach Ruhe und Ungestörtheit für so etwas Altmodisches wie einen Roman, eine Kunstform, die sehr viel Zeit und Abgeschiedenheit erfordert. 

Dank Corona gab es auf einmal reichlich Zeit und Abgeschiedenheit – ein echter Pluspunkt. Aber Corona verhinderte auch meinen geplanten Recherche-Aufenthalt im Périgord. Ein Hindernis, das mich erheblich ins Trudeln brachte. Aber der Mensch wächst mit seinen Aufgaben. Wie das bei mir aussah, davon erzähle ich beim nächsten Mal.

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