Bin im Garten, Meike Winnemuth

Achtung, akute Infektionsgefahr! Während und nach der Lektüre des Buches möchte man nur eins – sich in den Garten stürzen und loswühlen. Sollte man keinen Garten besitzen, hilft wohl nur, sich an diesem wunderbaren Buch und der Natur zu erfreuen! 

Winnemuth hat ihr Herz in dieses Buch hineingelegt. Das spürt man in jeder Zeile. Es steckt so viel Lebensweisheit darin, dass ich es immer wieder aus der Hand legen musste, um über etwas nachzusinnen. Es ist Inspiration, Motivation, Ideenpool, Erfahrungsbericht, Stimmungsaufheller, Ratgeber und beste Unterhaltung in einem. Klug, witzig, erbaulich – letzteres trifft es besonders gut. Es bietet Gartentipps (obwohl sie im Vorwort warnt, dass es kein Gartenratgeber ist und es ist auch kein typischer Gartenratgeber), enthält Bezugsquellen und Literaturempfehlungen. Auch wenn ich selber kein Gemüse im Garten habe – ich bin zu ungeduldig – und es viel um Gemüseanbau geht, habe ich es durchgehend gerne gelesen. Im Herbst hatte ich mit der Lektüre begonnen, aber es dann beiseite gelegt, weil ich dachte, ich spare es mir als Motivation fürs nächste Frühjahr auf – wobei ich vergessen habe, dass ich im März absolut keine Motivation brauche 😉 Eher im Sommer, wenn die Rosen an der Hauswand langsam verblühen und in den Beeten gerne etwas mehr los sein dürfte – und ich voller Bewunderung und einer Portion Neid in andere Gärten schaue. Besonders angesprochen hat mich deshalb auch ihr Juni-Text: 

Gartenvergleiche sind schmerzhaft. Und sinnlos. Aus den paar Monaten, in denen ich mal versucht habe, Yoga zu machen, ist eines hängen geblieben: nicht zum Nachbarn rüberschielen, nicht das Gleiche können wollen wie er oder sie. Jeder Körper ist anders und ieder Körper ist jeden Tag noch mal ein bisschen anders. Die Yoga-Doktrin läßt sich nahtlos auf den Garten übertragen: Jeder Garten ist anders (…), und er ist jedes Jahr anders.

Wohl wahr, und das macht es ja auch so spannend. Und tröstlich. 

Oder ihr Vergleich zwischen den sogenannten Bullshit-Jobs – ohne jegliche gesellschaftliche Relevanz – und dem Gärtnern, sinnstiftend, befriedigend, nützlich. Der Garten zieht alle Stecker raus und verstöpselt einen neu. Und: Aufmerksamkeit ist Energie, auch so gute Sätze. Ach, lest doch selber!

Sie erzählt über Monty, den kultigen Moderator der berühmten britischen Sendung Gardeners’ World; er sagt, aus allen Gruben des Lebens hat ihm das Gärtnern herausgeholfen, die große Allzwecktherapie. Man pflanzt Hoffnung. Das können wir doch im Moment alle gut gebrauchen. Und bei allem, was uns zur Zeit so umtreibt, wahr ist ja auch: Frühling lässt sein blaues Band …

A propos, liebe Lese- und Gartenfreunde, die Sonne scheint, die Backdoorshoes warten, ich bin dann mal im Garten … 

Bleibt gesund! Eure Ilsebill

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