„Und damit fing es an“, von Rose Tremain

Ein Buch voller Weisheit und Wärme. Einfach wundervoll. Rundum. Es erzählt die Lebens-Geschichten zweier Männer, die seit Kindertagen eine enge Freundschaft verbindet. Es ist eine ungleiche Beziehung, Gustav wächst in ärmlichen Verhältnissen auf, alleine mit seiner verbitterten Mutter. Anton stammt aus einer kultivierten jüdischen Familie, die ihn liebevoll fördert und seinen Wunsch unterstützt, ein berühmter Pianist zu werden. Doch Klavierspielen ist nicht gleich Klavierspielen, und nicht jeder ist dafür geboren, auf der großen Bühne zu stehen – und nicht jeder erkennt, was das Leben für ihn bereithält …

Gustav lernt von seiner Mutter Emilie nur eins: Du musst wie die Schweiz sein. Du musst dich beherrschen, du musst dich zusammenreißen, mutig und stark sein, und du musst dich heraus halten, neutral sein. Liebe erfährt Gustav nicht von Emilie. Aufgrund ihrer Überzeugung, dass der frühe Tod ihres Mannes mit seiner Hilfe für jüdische Flüchtlinge zusammenhängt, will Emilie ihrem Sohn sogar den Umgang mit Anton und seinen jüdischen Eltern verbieten. Aber Gustav steht treu und unerschütterlich zu seinem Freund, und als dessen Familie ihn mit zum Schlittschuhlaufen nimmt, eröffnet sich für ihn eine ganz neue Welt, die er unbedingt festhalten will.

In ihrem wunderbar kurzen und knappen Stil, der doch alles Wesentliche sagt, schildert Tremain, dass es manchmal ein ganzes Leben braucht, damit Menschen zu dem werden, das in ihnen angelegt ist. Es geht um Umwege, Irrwege und Abwege. Voller Wärme zeichnet sie wunderbare, lebensechte Charaktere, unperfekte Menschen, die sich durch ein unperfektes Leben mühen und doch immer wieder Momente großen und kleinen Glücks erfahren.

Lesen! Und sich den Namen der Autorin merken!

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