„Geliebte Enkelin“, Erzählung von Noëlle Châtelet

Klar, dass ich als glückliche Großmutter einer knapp 2-jährigen Enkelin am Titel dieses Buches hängengeblieben bin. Zuerst war ich allerdings gar nicht so begeistert, empfand den Stil als ansatzweise schwülstig. Doch nachdem ich mich eingelesen hatte, packten mich die kleinen Schilderungen mehr und mehr. Der Autorin gelingt es wunderbar, die ganz besonderen Momente einzufangen, die das Zusammensein mit diesem kleinen Menschen, dem „Kind vom Kind“, mit sich bringt. „Die Zeit hat ein anderes Gesicht bekommen. Ich warte nicht mehr ungeduldig darauf, dich laufen zu sehen.“

Wie wahr – mit viel größerer Ruhe und Gelassenheit als einst beim eigenen Kind schaut man dem Enkelkind beim Wachsen und Welt erobern zu, gerührt, entzückt, begeistert, staunend und dankbar. Die kleinen Dinge rücken wieder ins Bewusstsein: das Herbst-Blättchen im Rinnstein, das aufgeklaubt werden will und dann voller Stolz an die Oma überreicht wird, der winzige Schalter, der sich so schwer bewegen lässt, und die Freude darüber, wenn es dann endlich funktioniert – das alles lässt einem das Herz aufgehen.

Wie sagt Châtelet doch so schön über ihre Enkeltochter: „Du bist mein Lieblingsprogramm! Mein Varietétheater, Zauberkünstlerin.“

Kaufen, lesen, an Großmütter verschenken!

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